Das "Gesetz, das Feuerhülfswesen Betreffend" wurde am 2. April 1874 verkündet und in der  Gesetz- und Verordnungssammlung Nr. 16 des Landes Braunschweig vom 5. Mai 1874  veröffentlicht.Der 2. April 1874 war somit die offizielle Geburtsstunde der Freiwilligen  Feuerwehren im damaligen Land Braunschweig, zumindest soweit es die rechtlichen Grundlagen betraf. Tatsächlich dauerte es - zumindest in Hachum - noch rund ein Jahr, bis im Jahre 1875 die  Freiwillige Feuerwehr gegründet werden konnte.        Brandschutz bereits 1775 Das es bereits 100 Jahre vor der Gründung der  Hachumer Wehr Brandschutz gegeben haben  muss, belegt eine Eintragung aus dem Jahr 1775:  "Das Fürstliche Braunschweigische Lüneburgische  Residenzamt Wolfenbüttel" stellt in der Geld- und  Konkursrechnung für den Zeitraum "von Trinitatis  1774 bis Trinitatis 1775" fest, dass es in Hachum 6 kleine Handspritzen  8 lederne Eimer  4 Feuerleitern  3 Feuerhaken  gegeben hat.  Mit Erlass des neuen Gesetzes war nunmehr jede  Gemeinde gehalten, aus den "männlichen  Gemeindegenossen" im Alter von 18 bis 55 Jahren  zur "Bekämpfung der Schadensfeuer innerhalb wie  außerhalb des Ortes" eine Feuerwehr zu bilden.  Die Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehren.  Auch die Stärke wurde per Gesetz festgelegt.  So hatten in Ortschaften bis zu 1000 Einwohnern  die Wehr eine Stärke von 6 bis 8 Prozent der  Bevölkerung.  Zur Organisation sagte die Vorschrift, dass je 6 bis  8 Mann eine Section, je 3 bis 4 Sectionen einen  Zug und 2, 3 oder 4 Züge eine Companie bildeten.  100 Liter pro Minute Die Ausrüstung bestand u.a. aus einer  Tragspritze, welche von 4 Mann bedient, in  der Minute 100 Liter Wasser bis auf eine  Entfernung von 22 Meter werfen konnte.  1879 Zehn Mann stark  Die "Statistik über das Feuerhülfswesen im  Herzogtum Braunschweig" von Anfang des  Jahres 1879 sagte aus, dass die Stärke der  Freiwilligen Feuerwehr bei 10 Mann lag.  Dazu existierte eine "Ordnungsmannschaft"  in einer Stärke von 15 Mann. Für die fahrbare  Spritze gab es 30 Meter Druckschlauch. Der  Ortsbrandmeister (damals: Führer der  Ortswehr) hieß Pape.  Die Hachumer Bevölkerung bestand im Jahre  1879 aus 111 Bewohnern, die in 21 Häusern  lebten.  Da die 6 bis 8 Prozent überschritten wurden,  brauchte von dem § 12 des Gesetzes über  das Feuerhülfswesen, der Einrichtung einer  Pflicht-Feuerwehr, kein Gebrauch gemacht  werden.  Mit Pferd und Wagen Der Transport von Löschgeräten und Mannschaft war so geregelt, dass zunächst die Gemeinde hierfür  zuständig war. In der Regel wurden die notwendigen Gespanne von der Gemeinde gestellt bzw. bezahlt,  die die Feuerwehr unterhielt. Für den Rücktransport im Falle eines Schadensfeuers hatte jedoch die  Gemeinde zu sorgen, in der der Brand "stattgefunden" hatte.  Und da es in der damaligen Zeit mit der Straßenbeleuchtung noch nicht weit her war, hatte im Falle eines  Brandes zur Nachtzeit jeder Hauswirt, insofern nicht auf andere Weise für die erforderliche Beleuchtung  gesorgt war, ein brennendes Licht in ein nach der Straße führendes Fenster zu stellen, oder eine  brennende Laterne vor die Haustür oder das Hoftor zu hängen.  Ein Wunder, dass auf diese Art und Weise nicht noch mehr Brände entstanden sind. Soziale Absicherung Feuerwehrmänner vor 125 Jahren waren bereits für Unfälle während der Dienstausübung abgesichert.  So hatte für Mitglieder der Feuerwehr, die bei Ausübung ihres Dienstes bei einem Schadenfeuer oder bei  dienstlich angeordneten Übungen zu Schaden kamen oder gar den Tod fanden, der Kreiskommunalverband  aus der Kreiskommunalkasse für den Unterhalt der Familien in angemessener Form zu sorgen.  Hachumer Feuerwehr Hachumer Feuerwehr (C) der Webseite 2009-2014 by Renate Voigt Feuerwehr 1 Willkommen auf   www.hachum.net
Listinus Toplisten
Listinus Toplisten
Meridianerland - Wissenschaft und Menschheit